Migräne: Neue Leitlinie bringt CGRP-Antikörper und Gepante ins Spiel

Vollständig überarbeitete S1-Leitlinie
Die Deutsche Gesellschaft für Neurologie (DGN) und die Deutsche Migräne- und Kopfschmerzgesellschaft (DMKG) haben die S1-Leitlinie "Therapie der Migräneattacke und Prophylaxe der Migräne" vollständig überarbeitet. Sie erweitert das Therapiespektrum sowohl bei der Akutbehandlung als auch bei der Vorbeugung deutlich.
CGRP-Antikörper als etablierte Option
Monoklonale Antikörper gegen CGRP (Calcitonin Gene-Related Peptide) oder dessen Rezeptor gelten laut der neuen Leitlinie sowohl bei episodischer als auch bei chronischer Migräne als hochwirksam, mit einem günstigen Verträglichkeitsprofil.
Gepante: neue orale Wirkstoffklasse
Als neue Option kommen orale Gepante hinzu. Rimegepant, ein CGRP-Rezeptor-Antagonist, ist mittlerweile als erstes Gepant in Deutschland zur Prophylaxe der episodischen Migräne zugelassen und zeigt eine gute Verträglichkeit.
Auch nicht-medikamentöse Verfahren
Die Leitliniengruppe empfiehlt ergänzend nicht-medikamentöse Optionen wie die Remote Electrical Neuromodulation (REN) und die externe transkutane Stimulation des Nervus trigeminus — für Betroffene, die medikamentöse Prophylaxe nicht vertragen oder ergänzen möchten.
Ausblick: MIGRA-MD-Projekt ab 2026
Ab voraussichtlich März 2026 können Betroffene am MIGRA-MD-Projekt teilnehmen — einem strukturierten Versorgungsforschungsprojekt zur leitliniengerechten Migränebehandlung.
Wichtig: Ob eine der neuen Therapieoptionen im Einzelfall infrage kommt, hängt von Vorerkrankungen, bisherigen Therapieversuchen und der Migräneform ab — das entscheidet die behandelnde Ärztin oder der Arzt individuell.
Quelle: Deutsches Ärzteblatt — Leitlinie zu Migräneattacken und Prophylaxe vorgestellt


