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Schonende Mahlzeit mit Reis, Gemüse und Kräutertee — symbolisch für bekömmliche Ernährung bei Reizdarm und CED

Gesundheitsinformation

Reizdarm & chronisch-entzündliche Darmerkrankungen

Das Reizdarmsyndrom und chronisch-entzündliche Darmerkrankungen (CED) wie Morbus Crohn und Colitis ulcerosa gehören zu den häufigsten Erkrankungen des Verdauungstrakts und beeinträchtigen den Alltag vieler Betroffener spürbar.

In Deutschland sind schätzungsweise 10-15% der Bevölkerung von einem Reizdarmsyndrom betroffen, während chronisch-entzündliche Darmerkrankungen bei rund 400.000 Menschen diagnostiziert sind. Beide Krankheitsbilder unterscheiden sich grundlegend: Während das Reizdarmsyndrom eine funktionelle Störung ohne nachweisbare Entzündung darstellt, handelt es sich bei CED um Autoimmunerkrankungen mit sichtbaren Entzündungsprozessen im Darm. Gemeinsam ist beiden Erkrankungen, dass sie die Lebensqualität, Ernährung und den Alltag der Betroffenen erheblich beeinflussen können.

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Typische Symptome

  • Wiederkehrende Bauchschmerzen und Krämpfe, oft im Zusammenhang mit dem Stuhlgang
  • Blähungen und ausgeprägtes Völlegefühl
  • Durchfall, Verstopfung oder ein Wechsel zwischen beidem
  • Schleimauflagerungen im Stuhl
  • Blut im Stuhl – insbesondere bei chronisch-entzündlichen Darmerkrankungen
  • Ungewollter Gewichtsverlust bei CED-Schüben
  • Anhaltende Müdigkeit und Erschöpfung
  • Häufiger, teils plötzlicher Stuhldrang
  • Appetitlosigkeit während akuter Krankheitsphasen
  • Psychische Belastung durch die Unvorhersehbarkeit der Beschwerden
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Ursachen & Risikofaktoren

Die genauen Ursachen sind noch nicht vollständig erforscht und unterscheiden sich je nach Krankheitsbild. Beim Reizdarmsyndrom spielt vor allem eine gestörte Kommunikation zwischen Darm und Gehirn eine Rolle, die sogenannte Darm-Hirn-Achse, verbunden mit einer erhöhten Empfindlichkeit der Darmwand gegenüber Reizen (viszerale Hypersensitivität) und einem veränderten Darmmikrobiom (Dysbiose). Bei CED liegt hingegen eine fehlgeleitete Immunreaktion gegen die eigene Darmschleimhaut vor, an der auch eine genetische Veranlagung beteiligt ist, insbesondere bei Morbus Crohn und Colitis ulcerosa.

Als weitere Risikofaktoren gelten frühere Magen-Darm-Infektionen, die ein postinfektiöses Reizdarmsyndrom auslösen können, sowie chronischer Stress und psychische Belastung. Rauchen gilt als bekannter Risikofaktor für Morbus Crohn, während Umweltfaktoren und der westliche Lebensstil insgesamt mit der Entstehung von CED in Verbindung gebracht werden.

Schonende Mahlzeit mit Reis, Gemüse und Kräutertee — symbolisch für bekömmliche Ernährung bei Reizdarm und CED
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Diagnose

Da die Symptome unspezifisch sein können, erfolgt die Diagnose meist schrittweise durch Ausschluss anderer Ursachen:

  1. 1Ausführliche Anamnese anhand standardisierter Kriterien (z.B. Rom-IV-Kriterien beim Reizdarm)
  2. 2Blutuntersuchungen, unter anderem auf Entzündungswerte (CRP) und Calprotectin im Stuhl
  3. 3Stuhluntersuchungen zum Ausschluss von Infektionen
  4. 4Koloskopie mit Gewebeprobenentnahme zur Diagnosesicherung bei CED
  5. 5Ausschluss von Zöliakie und Laktose- oder Fruktoseintoleranz
  6. 6Bildgebende Verfahren wie Ultraschall oder MRT des Bauchraums
  7. 7Verlaufsbeobachtung der Symptome über einen längeren Zeitraum
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Behandlungsmöglichkeiten

Die Behandlung richtet sich nach der genauen Diagnose und wird individuell angepasst:

  • Ernährungsumstellung, z.B. eine FODMAP-arme Kost beim Reizdarmsyndrom
  • Ballaststoffreiche oder ballaststoffangepasste Ernährung, je nach Beschwerdebild
  • Spasmolytika zur Linderung von Krämpfen und Bauchschmerzen
  • Probiotika zur Unterstützung einer ausgeglichenen Darmflora
  • Psychotherapeutische Verfahren wie kognitive Verhaltenstherapie oder Darmhypnose
  • 5-ASA-Präparate (Mesalazin) zur Entzündungshemmung bei CED
  • Kortikosteroide zur kurzfristigen Behandlung akuter CED-Schübe
  • Immunsuppressiva und Biologika (z.B. TNF-alpha-Hemmer) bei mittelschwerer bis schwerer CED
  • Operative Eingriffe in ausgewählten, schweren CED-Fällen

Wichtig

Wann sollten Sie ärztliche Hilfe suchen?

  • Blut im Stuhl oder schwarz gefärbter Stuhl
  • Starker, ungewollter Gewichtsverlust
  • Anhaltendes Fieber oder Nachtschweiß
  • Symptome, die Sie nachts aus dem Schlaf reißen
  • Anzeichen einer Blutarmut wie Blässe und Schwäche
  • Sehr starke oder plötzlich einsetzende Bauchschmerzen
  • Beschwerden, die sich trotz Behandlung deutlich verschlechtern

Häufig gestellte Fragen

Was ist der Unterschied zwischen Reizdarmsyndrom und CED?
Das Reizdarmsyndrom ist eine funktionelle Störung ohne sichtbare Entzündung der Darmschleimhaut, während chronisch-entzündliche Darmerkrankungen wie Morbus Crohn und Colitis ulcerosa mit nachweisbaren Entzündungsprozessen einhergehen, die dauerhafte Schäden am Darmgewebe verursachen können.
Sind Reizdarm und CED heilbar?
Beide Erkrankungen sind in der Regel nicht heilbar, aber mit einer individuell angepassten Therapie lassen sich die Beschwerden bei vielen Betroffenen deutlich lindern und Krankheitsphasen (Schübe) reduzieren.

Wichtiger Hinweis: Diese Informationen dienen ausschließlich der allgemeinen Aufklärung und ersetzen keine ärztliche Beratung, Diagnose oder Behandlung. Bei Verdacht auf Reizdarmsyndrom oder eine chronisch-entzündliche Darmerkrankung wenden Sie sich bitte an einen Arzt oder Gastroenterologen. Die Inhalte wurden sorgfältig recherchiert, erheben aber keinen Anspruch auf Vollständigkeit.